虎嗅

Viele Phänomene in unserer Gesellschaft – wie das „Liegenbleiben“ (also das Nicht-Machen von Anstrengungen), die zunehmende Konkurrenz, die Entscheidung, nicht zu heiraten oder Kinder zu bekommen, die Überproduktion sowie der interne Wettbewerb am Arbeitsplatz – könnten mit einem gemeinsamen Faktor zusammenhängen.

原文:我们社会中的许多现象,比如躺平,比如内卷,比如不婚不育,比如产能过剩,比如职场中的内耗倾轧,可能都与一个因素有关

Zusammenfassung der Kernpunkte

Der zentrale Gedanke dieses Artikels ist, dass Phänomene wie „Liegflachheit“ (die Entscheidung, sich nicht anzustrengen), „Involvement“ (das Streben nach Überlegenheit im Wettbewerb), die Entscheidung gegen Heirat und Kinderzeugung, Überkapazitäten sowie interne Konflikte am Arbeitsplatz alle auf übermäßigen Wettbewerb zurückzuführen sind. In den letzten Jahrzehnten haben wir von einem Zustand ohne Wettbewerb („Großtopffuttern“) vor der Reform zu einem Extrem übergegangen, in dem Wettbewerb fast alle Bereiche durchdrungen hat – Bildung, Gesundheitswesen, Forschung und sogar die Familie. Der Wettbewerb ist nicht mehr ein Mittel zur Motivation, sondern zum Ziel, zu einer Art Glaubenssystem – ja sogar zu einer „Diktatur der Leistung“ (die Menschen durch strenge Regeln wie Rankings und Ausscheidungen unterdrückt). Dieser übermäßige Wettbewerb führt nicht nur zu wirtschaftlichen Überkapazitäten und sinkenden Gewinnmargen, sondern auch zu psychischen Problemen in der Gesellschaft (Angst, Depressionen, Burnout) sowie zur Verzerrung öffentlicher Dienstleistungen. Letztendlich zahlt die Mehrheit einen viel höheren Preis als den Nutzen.

Detaillierte Analyse

1. Vom „Großtopffuttern“ zum „Wettbewerb überall“: Welchen extremen Weg haben wir gegangen?

Vor der Reform führte das Prinzip des „Großtopffutterns“, bei dem es egal war, wie gut oder schlecht man arbeitete, zu einem mangelnden Zusammenhalt in der Gesellschaft und wirtschaftlichem Stillstand. Die Einführung von Wettbewerbsmechanismen nach der Reform (Zerschlagung von Monopolen, Marktwettbewerb bei Talenten, Finanzwettbewerb) hat tatsächlich die Dynamik gesteigert. Doch heute ist die Logik des Wettbewerbs „ununterschiedlich verbreitet“: In der Bildung geht es um Platzierungen, im Gesundheitswesen um die Gewinnung von Patienten, in der Forschung um die Anzahl der Veröffentlichungen – sogar innerhalb der Familie wird an den Leistungen und dem Einkommen der Kinder gemessen. Der Wettbewerb ist nicht mehr ein Mittel, sondern ein Ziel; unabhängig davon, ob er notwendig ist oder nicht, muss man mitmachen. So werden auch die Letzten ausgeschlossen, obwohl alle qualifiziert sind; selbst Kleinigkeiten müssen bewertet werden, als wäre es abnormal, keinen Wettbewerb zu führen. Dieser Sprung von „keinem Wettbewerb“ zu „übermäßigem Wettbewerb“ hat die gesamte Gesellschaft in einen „Kampfplatz“ verwandelt, auf dem jeder außer Atem ist.

2. An Orten, an denen kein Wettbewerb stattfinden sollte, wird er dennoch geführt: Warum verzerren sich öffentliche Dienstleistungen?

Einige Bereiche sollten eigentlich nicht übermäßig wettbewerbsorientiert sein – wie das Gesundheitswesen, die Grundbildung oder die öffentliche Verwaltung, deren Kern Würde und Schutz sind, nicht der „Wettbewerb darum, wer am besten ist“. Doch heute? Ärzte in Krankenhäusern konkurrieren um Patienten und führen zu übermäßigen Behandlungen; Schulen streben hohe Aufnahmequoten an und vernachlässigen die Allgemeinbildung der Schüler; selbst Strafen werden nach Quoten vergeben. Diese „unnötigen“ Wettbewerbe führen dazu, dass öffentliche Dienstleistungen von ihrem ursprünglichen Zweck abweichen: Krankenhäuser konzentrieren sich nicht mehr auf die Heilung der Patienten, Schulen auf die Ausbildung der Menschen, und die öffentliche Verwaltung wird zu einem „Katze-und-Maus-Spiel“, was zu systemischer Ungerechtigkeit führt.

3. Die „Liegflachheit“ junger Menschen und die Entscheidung gegen Heirat und Kinderzeugung: Ist das eine Folge des übermäßigen Wettbewerbs?

Warum wollen viele junge Menschen heute nicht lieben, heiraten oder Kinder bekommen? Selbst Treffen am Valentinstag erscheinen ihnen „zwangsläufig“. Der Artikel führt darauf hin, dass die durch den übermäßigen Wettbewerb verursachte körperliche und geistige Erschöpfung ein wichtiger Grund ist. Schüler müssen schon in der Grundschule um gute Noten kämpfen, leiden vor Prüfungen unter Übelkeit und Schlaflosigkeit; Berufstätige arbeiten Überstunden aus Angst vor Entlassung und haben ihre instinktiven emotionalen Bedürfnisse verloren – „Wenn die Instinkte zurückgebildet sind, wie kann da von Liebe oder Familie die Rede sein?“ Die „Liegflachheit“ ist im Grunde eine Art Ausstiegsmechanismus für junge Menschen: Sie haben abgewogen und festgestellt, dass der Wettbewerb zu hart ist, der Preis an Zeit und Gesundheit zu hoch ist, während das Gehalt und das Gefühl des Erfolgs zu gering sind. Lieber entscheiden sie sich dafür, sich nicht anzustrengen und zumindest ihr eigenes Leben zu schützen.

4. Der „Kampf auf Leben und Tod“ zwischen Unternehmen: Ist die Überkapazität die Folge von bösem Wettbewerb?

Im Wirtschaftsbereich ist der übermäßige Wettbewerb noch direkter: Unternehmen kämpfen um den Markt und verzichten lieber auf Gewinne, um Preiskriege zu führen – das Ergebnis ist, dass niemand Geld verdient und es zu Überkapazitäten kommt (z. B. in bestimmten Branchen wird zu viel produziert, was nicht verkauft werden kann). Der Artikel bezieht sich auf Robert Brenners Theorie des „übermäßigen internationalen Wettbewerbs“: Die sinkenden Gewinnmargen in der globalen Fertigungsindustrie sind auf den intensiven Wettbewerb und die daraus resultierende Überkapazität zurückzuführen. Beispiele hierfür sind die Kampagne um gemeinsame Fahrräder, bei der Hunderte von Unternehmen Geld verbrannten, um Kunden zu gewinnen, wobei die meisten scheiterten und Ressourcen verschwendet wurden; in anderen Branchen drücken Unternehmen die Preise gegenseitig nieder, um zu überleben – mit dem Ergebnis, dass die Gewinne immer geringer werden oder sogar Verluste entstehen.

5. Der unsichtbare Schaden: Wie zerstört der übermäßige Wettbewerb unsere Psyche?

Der versteckte, aber schwerwiegendste Preis des übermäßigen Wettbewerbs ist der Schaden an unserer Psyche und Gesundheit. Daten zeigen:

  • Die lebenslange Prävalenz von Angststörungen in unserem Land beträgt 7,6 % und steht in direktem Zusammenhang mit dem hohen Druck durch den Wettbewerb um Bildung und Arbeitsplätze;
  • Mehr als 30 % der Grundschüler leiden unter Prüfungsangst; bereits in der Grundschule kommt es zu Übelkeit und Schlaflosigkeit vor Prüfungen;
  • Menschen in den Bereichen Gesundheitswesen, Lehre, Internet und Finanzen leiden häufig unter Burnout – sie haben die Motivation verloren (möchten nicht arbeiten), sind gegenüber anderen gleichgültig (z. B. Ärzte haben keine Geduld mit Patienten) und fühlen sich wertlos;
  • 14,8 % der Jugendlichen sind gefährdet, an Depressionen zu erkranken, in der Oberschule sogar mehr als 20 % – der Druck durch den schulischen Wettbewerb ist der Hauptgrund.

Fazit

Der Artikel fragt am Ende: Wir haben heute viel mehr Reichtum als früher, aber sind die Menschen wirklich glücklicher? Die Antwort ist eindeutig nein. Der Wettbewerb sollte dazu dienen, die Gesellschaft lebendiger zu machen – doch wenn er alles wird, schadet er uns. Wir müssen überdenken: Der Wettbewerb sollte ein Mittel sein, nicht ein Ziel. Die Gesellschaft braucht zwar Wettbewerb, aber auch Zusammenarbeit, Fürsorge und Freizeit. Nur durch das Gleichgewicht dieser Aspekte können wir erreichen, dass alle hart arbeiten, ohne sich zu überanstrengen – und gleichzeitig Fortschritte machen sowie Glück empfinden.