Zusammenfassung der Kerninhalte
Fubei Pet, einst als „Foxconn der Leckerbissenindustrie“ bezeichnet, versuchte im Juni 2026 nach fast drei Jahren Rückzug seines A-IPO-Antrags, erneut an die Börse zu gehen – diesmal in Hongkong. Allerdings steht das Unternehmen vor zahlreichen Herausforderungen: Die Umsätze stagnieren seit drei Jahren bei etwa 1 Milliarde Yuan (und halten nicht mit dem zweistelligen Wachstum der Branche Schritt); der Nettogewinn sank im Jahr 2025 um 40,2% gegenüber dem Vorjahr. Trotz eines Rückgangs des Barmittelsbestands und eines halbierten operativen Cashflows gab das Unternehmen eine hohe Dividende aus (100 Millionen Yuan, mehr als der Jahresgewinn), wobei der Kontrolleur 70% davon für sich behielt. Zudem ist die Bruttogewinnmarge stark gesunken, und es bestehen weiterhin Probleme mit der Informationsweitergabe während des A-IPO-Prozesses sowie mangelnder Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen – all dies sorgt für Kontroversen um den Börsengang in Hongkong.
I. Wechsel an die Börse in Hongkong, aber stagnierende Leistungen und stark gesunkener Gewinn
Fubei Pet ist der führende Hersteller von Tierfutter-Produkten in China (mit einem Marktanteil von 20% im Bereich der Fremdproduktion). Die Geschäftsentwicklung der letzten drei Jahre war jedoch nicht zufriedenstellend:
- Stagnierende Umsätze: Die Umsätze lagen in den Jahren 2023, 2024 und 2025 bei 1,046 Milliarden, 1,033 Milliarden bzw. 1,021 Milliarden Yuan – sie stagnieren seit drei Jahren bei etwa 1 Milliarde Yuan. Während die Tierfutterindustrie in China jedes Jahr zweistellig wächst, konnte Fubei diesem Wachstum nicht folgen, was auf Engpässe in der Geschäftserweiterung hindeutet.
- Starke Gewinnrückgang: Der Nettogewinn fiel von 164 Millionen Yuan im Jahr 2024 auf 98,23 Millionen Yuan im Jahr 2025, ein Rückgang um 40,2%. Die Nettogewinnmarge sank von 15,9% auf 9,6%. Kurz gesagt: Für den gleichen Umsatz wird weniger Geld verdient.
II. Kontroverser hoher Dividendenauszahlung: Der Kontrolleur erhält den Großteil – der Cashflow ist jedoch unter Druck
Besonders kritisch ist die hohe Dividende, die Fubei auszahlt, obwohl das Unternehmen Geldmangel hat:
- Dividende übersteigen den Jahresgewinn: Der Nettogewinn betrug 2025 nur 98,23 Millionen Yuan, doch die Dividende belief sich auf 100 Millionen Yuan; der Unterschied wurde aus vorher angesparten Gewinnen gedeckt.
- Der Kontrolleur erhält den größten Anteil: Der Kontrolleur Wang Yingchun besitzt 71,11% der Aktien. Bei einer Dividende von 100 Millionen Yuan würde er somit 71,11 Millionen Yuan erhalten.
- Gleichzeitige Kapitalbeschaffung und Auszahlung: Der Barmittelsbestand sank von 626 Millionen Yuan im Jahr 2023 auf 309 Millionen Yuan (ein Rückgang von über 50%), und der operative Cashflow halbierte sich von 187 Millionen Yuan auf 83 Millionen Yuan. Bei diesem Börsengang in Hongkong möchte das Unternehmen zusätzliches Kapital für die Erweiterung der Produktionskapazitäten einwerben. Die Frage ist, ob der Kontrolleur dabei versucht, sein Vermögen abzuziehen.
III. Ursachen für den starken Cashflow-Rückgang: Druck von Lieferanten und Kunden sowie hohe Lagerbestände
Der Cashflow ist aufgrund mehrerer Faktoren angespannt:
- Zahlungsverzögerungen durch Kunden: Die wichtigsten Kunden von Fubei sind Plattformunternehmen (z. B. Tierfuttermarken), die über starke Verhandlungsmacht verfügen und die Zahlungszeiten absichtlich in die Länge ziehen. Um Aufträge zu behalten, muss Fubei Kreditverträge akzeptieren, wodurch Geld nicht eingezogen werden kann.
- Vorabzahlungen für Rohstoffe: Im Jahr 2025 stiegen die Preise für Fleischmehl und Getreide, was die Verhandlungsmacht der Lieferanten erhöhte; sie forderten die Vorauszahlung der Kosten, bevor die Ware geliefert wurde.
- Hohe Lagerbestände: Aufgrund des Baus neuer Fabriken hat Fubei große Mengen an Rohstoffen eingelagert (aus Angst vor Preissteigerungen). Da die Verkäufe seiner eigenen Marken zurückgingen, konnten die produzierten Produkte nicht verkauft werden und lagen im Lager – dies bindet viel Kapital.
- Hohe Vertriebskosten: Um seine eigenen Marken zu fördern, gab Fubei 138 Millionen Yuan für Online-Werbung, Live-Veranstaltungen und Kanalsubventionen aus; diese Kosten müssen sofort bezahlt werden und verschlechtern weiterhin den Cashflow.
IV. Rückgang der Bruttogewinnmarge: Schrumpfung lukrativer Geschäftsbereiche und steigende Fremdproduktionskosten
Die Bruttogewinnmarge sank im Jahr 2025 von 37,9% auf 31,6% (ein Rückgang um 6,3 Prozentpunkte). Die Hauptgründe sind:
- Veränderung der Geschäftstruktur: Fubei betreibt zwei Geschäftsbereiche – ODM-Fremdproduktion (Herstellung unter fremdem Markenname mit niedriger Margen) und OBM-eigene Marken (hohe Margen). In den letzten zwei Jahren stieg der Anteil des weniger profitablen Fremdproduktionsgeschäfts von 58,6% auf 61,7%, während die Umsätze der eigenen Marken um 19% sanken.
- Steigende Kosten für Fremdproduktion: Aufgrund steigender Rohstoffpreise und der starken Position der Kunden (die fünf größten Kunden machen 40% des Umsatzes aus) konnte Fubei die Kosten nicht an die Kunden weitergeben, was zu einer Senkung der Bruttogewinnmarge führte.
- Inaktivität neuer Fabriken: Die Kapazitätsauslastung der neuen Fabriken lag bei nur 20,3% und 28,9%; die Fixkosten (Miete, Abschreibungen usw.) wurden auf die Produkte umgelegt, was zu höheren Produktkosten führte.
V. Compliance-Probleme: Vorwürfe von Falschangaben bei der A-IPO sowie mangelnde Sozialversicherungszahlungen
Fubeis Börsengang ist auch durch historische Probleme belastet:
- Falschangaben während der A-IPO: Vor dem Rückzug des Antrags stellte die Shanghai Stock Exchange fest, dass Fubei in seinen Antworten gelogen hatte – es hieß, das Wettgeschäft mit Investoren sei bereits Ende 2021 beendet worden, tatsächlich war der Vertrag jedoch später unterzeichnet. Fubei und der damalige Geschäftsführer erhielten eine Warnung, woraufhin die Unterlagen zurückgezogen wurden.
- Mangelnde Sozialversicherungszahlungen: Im Prospekt gab Fubei zu, in den letzten drei Jahren nicht alle Sozialversicherungsbeiträge für die Mitarbeiter gezahlt zu haben; der Rückstand belief sich auf etwa 5,4 Millionen Yuan. Obwohl der Kontrolleur verspricht, die Kosten zu übernehmen, könnte dies zu Strafen durch Steuer- und Sozialbehörden führen.
Fubes Börsengang in Hongkong ist somit eher ein letzter Versuch, an Kapital zu gelangen – unter Bedingungen von schlechten Geschäftsergebnissen, angespanntem Cashflow und Compliance-Problemen. Die wichtigste Frage ist: Können diese Probleme gelöst werden? Wird das eingesammelte Geld tatsächlich für die Erweiterung der Produktionskapazitäten verwendet – oder wird es stattdessen zur Auszahlung von Dividenden an die Aktionäre genutzt? Diese Fragen bleiben offen.