Zusammenfassung der Kerninhalte
Die vierzehnte Umfrage des Internationalen Währungsfonds (BIS) von 2025 zeigt: Der tägliche globale Devisengeschäftsvolumen belief sich auf 9,5 Billionen US-Dollar – ein Anstieg um 27% gegenüber 2022. Der Anteil des US-Dollars erreichte einen Höchststand seit 2004, während der Renminbi weiterhin die fünftmeist gehandelte Währung bleibt und seinen Anteil deutlich erhöhte. Der Hauptgrund für diesen gemeinsamen Anstieg ist das Währungspaar USD/RMB, das zur drittpopulärsten Handelspaar weltweit wurde. Wechselkursvolatilitäten, ausgelöst durch die US-Zollpolitik, sowie der damit verbundene Hedgingbedarf, sind die Hauptursachen für den sprunghaften Anstieg des Geschäftsvolumens. Singapur hat Hongkong in China als größten Devisenhandelszentrum Asiens abgelöst. Die Internationalisierung des Renminbi schreitet von einem regionalen auf ein globales Niveau voran, doch es bestehen Bedenken hinsichtlich einer möglichen Abgabe der Preisgestaltungsmacht an offshore-Märkte.
I. Der gemeinsame Anstieg von USD und RMB: Es handelt sich um eine Ergänzung, keine Alternative
Viele sprechen von einer „De-Dollarisierung“, doch die BIS-Daten zeigen, dass der Anteil des US-Dollars sogar gestiegen ist – im Jahr 2025 betrug er 89,1% (Höchststand seit 2004), während der Anteil des Renminbi auf 8,6% stieg (Neuer Höchststand). Warum steigen beide Währungen gleichzeitig?
Der Schlüssel liegt im Währungspaar USD/RMB: Sein Handelsvolumen hat um 59% zugenommen und übertraf erstmals das der Paare USD/GBP, wodurch es zum drittpopulärsten Handelspaar weltweit wurde (nach USD/EUR und USD/JPY). Dies zeigt zwei Dinge:
1. Die „De-Dollarisierung“ muss aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden: Obwohl der Anteil des US-Dollars an den Devisenreserven um 2,6 Prozent gesunken ist, ist der Dollarkurs im täglichen Handel (z. B. bei Zahlungen und Devisengeschäften) aktiver – ähnlich wie Bargeld, das man vielleicht weniger in der Hand hat, aber mehr für den Alltag ausgibt; man kann daher nicht einfach sagen, dass der US-Dollar an Bedeutung verliert.
2. Die Internationalisierung des Renminbi bedeutet nicht die „Ablösung“ des US-Dollars: Der gemeinsame Anstieg von USD und RMB zeigt, dass beide Währungen sich gegenseitig ergänzen; der Renminbi ist beispielsweise bei inländischen grenzüberschreitenden Zahlungen die wichtigste Währung, während im Ausland weiterhin hauptsächlich US-Dollar verwendet werden. Es handelt sich um eine Zusammenarbeit, keine Konkurrenz.
II. Warum ist das globale Devisengeschäft plötzlich so stark angestiegen? Die Zollpolitik war der Auslöser
Der globale Devisengeschäftszuwachs von 27% im Jahr 2025 erfolgte hauptsächlich durch schnelle Steigerungen bei Spot-, Forward- und Optionsgeschäften (42%, 51% bzw. 108%), während Swaps (Langzeit-Hedging-Instrumente) nur langsam wuchsen. Der direkte Grund dafür sind die von den USA verhängten Zölle: Diese führten zu einem unerwarteten Abwertung des US-Dollars, wodurch Investoren versuchten, ihr Dollarvermögen durch Forward-Verträge (zur Frühzeitssicherung der zukünftigen Wechselkurse) und Optionen (als „Versicherung“ gegen Risiken) zu schützen. Die BIS schätzt, dass die Zollpolitik direkt zu einem zusätzlichen Geschäftsvolumen von 1,5 Billionen US-Dollar beigetragen hat.
Im Vergleich zum chinesischen Festland nutzen Unternehmen dort nur etwa 8%+10% = 18% Forward- und Optionsverträge zur Risikobewältigung, während der globale Durchschnitt bei 18%+7% = 25% liegt. Chinesische Banken bieten ihren Kunden hauptsächlich Spot-Geschäfte an; es besteht Raum für Verbesserungen, insbesondere wenn es um die Hedging von Wechselkursrisiken geht – beispielsweise könnten Importkosten bei einem Abwertung des Renminbi plötzlich steigen, wenn keine Frühabsicherungen getroffen werden.
III. Warum konnte Singapur zu „Asiens größtem Devisenhandelszentrum“ aufsteigen? Geopolitische Lage und Kapitalattraktivität
Früher waren Hongkong und Tokio die wichtigsten Devisenzentren Asiens; nun hat Singapur diese Position eingenommen: Das Handelsvolumen in Singapur stieg im Jahr 2025 um 60% auf 1,5 Billionen US-Dollar, während der Anteil von 9,4% auf 11,8% anstieg (gegenüber 7% für Hongkong und 3,5% für Japan).
Die Gründe dafür sind:
1. Geopolitische Sicherheit: In Zeiten zunehmender globaler Risiken zieht Kapital stabile Orte an; Singapur als neutrales Land gilt als „Notfallort“ für internationales Kapital.
2. Starke Kapitalzuflüsse: Im Jahr 2024 erreichten die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in Singapur 143,4 Milliarden US-Dollar – der zweithöchste Wert weltweit (nach den USA, mit einem Anstieg von 6,1%). Mehr Kapital führt zu mehr Devisengeschäften.
Dies zeigt: Für die Anziehung internationalen Kapitals sind eine stabile Umgebung und offene Politik entscheidend.
IV. Die „Vorteile“ und „Bedenken“ der Internationalisierung des Renminbi: Vom regionalen zum globalen Markt – aber mögliche Abgabe der Preisgestaltungsmacht
Der Fortschritt des Renminbi ist deutlich:
- Erweiterter Handelsbereich: Früher war der Handel hauptsächlich in Asien; heute hat sich der Anteil des Renminbis auch in Europa (z. B. Deutschland) fast verdoppelt – aufgrund eines Wachstums des chinesisch-deutschen Handels um 16%.
- Diversifizierte Akteure: Nicht-bankliche Institutionen wie Hedgefonds und Eigenhandelsgesellschaften beteiligen sich stärker am Devisengeschäft, was zu neuen Höchstständen führte.
Es gibt jedoch Bedenken: Die Preisgestaltungsmacht könnte an offshore-Märkte abgegeben werden. Der US-Dollar wird beispielsweise nicht in den USA, sondern in Großbritannien (50%) festgelegt; ein ähnlicher Trend könnte auch für den Renminbi eintreten. Wenn die Preisgestaltungsmacht nicht in chinesischen Händen bleibt, könnten Wechselkursvolatilitäten das Geschäft von inländischen Unternehmen beeinträchtigen.
V. Implikationen für den chinesischen Devisenmarkt
Die BIS-Daten deuten darauf hin, dass der chinesische Devisenmarkt noch Verbesserungsbedarf hat:
1. Erweiterung der Marktteilnehmer: Die Beteiligung inländischer nicht-banklicher Finanzinstitute (z. B. Wertpapierfirmen, Finanzgesellschaften) ist zu gering (nur 1,5% im Jahr 2022); es sollten mehr risikobereite Akteure eingeladen werden, um den Markt lebendiger zu machen.
2 Verbesserung von Produkten und Regeln: Derzeit nutzen Unternehmen hauptsächlich Spot-Geschäfte; Forward- und Optionsverträge sind selten – dies zeigt, dass die Produkte unzureichend oder die Regeln zu restriktiv sind (z. B. das „Echtnutzungsprinzip“ könnte einige legitime Hedging-Möglichkeiten einschränken). Es sollten Lockerungen erfolgen, um Unternehmen bessere Möglichkeiten zur Risikobewältigung zu bieten.
3 Stärkung des inländischen Marktes: Ein aktiverer inländischer Markt würde die Preisgestaltungsmacht weniger an offshore-Märkte abgeben; beispielsweise durch eine Erhöhung des Handelsvolumens und die Anziehung weiterer internationaler Investoren, um den Renminbi-Kurs realer zu reflektieren.
Fazit: Der Status des US-Dollars wird in absehbarer Zeit kaum in Frage gestellt; die Internationalisierung des Renminbi sollte auf einer ergänzenden Basis erfolgen. Veränderungen am globalen Devisenmarkt hängen eng mit geopolitischen Entwicklungen und Politik zusammen. China muss die Reformen seines Devisenmarktes beschleunigen, um internationalen Schwankungen besser begegnen zu können.