Zusammenfassung der Kerninhalte
Fachbereiche wie Tourismusmanagement und Hotelmanagement verschwinden zunehmend aus den Studienplänen vieler Hochschulen. Doch die inländische Kultur- und Tourismusbranche (insbesondere der Incoming-Tourismus) wächst rasant, was zu einem Widerspruch führt: Die Branche leidet unter Personalmangel, während die Hochschulen diese Fachbereiche nicht mehr anbieten. Der Grund liegt darin, dass das von den traditionellen Ausbildungsprogrammen vermittelte Wissen stark von den Anforderungen der Unternehmen abweicht – an den Schulen wird viel Theorie gelehrt, aber zu wenig Praxis (sogar einfache körperliche Arbeiten). Die Branche benötigt hingegen Fachkräfte, die internationale Regeln verstehen und in der Verwaltung oder im Hochendienst tätig sein können. Das Abschaffen dieser Fachbereiche bedeutet nicht das Aufgeben des Kultur- und Tourismussektors, sondern eine Anpassung der Ausbildung (z. B. durch den Zusatz von Fachrichtungen wie „Internationales Kreuzfahrtsmanagement“). Die letzten Studierenden dieser Fachbereiche könnten aufgrund ihrer Seltenheit sogar Vorteile haben; das Wichtigste ist es, sich auf Fähigkeiten zu konzentrieren, die Maschinen nicht ersetzen können – wie Kommunikation, Flexibilität und die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen.
Warum wurde das Tourismusmanagement zum „versunkenen Fachbereich“?
In den letzten zwei Jahren sind zahlreiche Fachbereiche im Bereich Kultur und Tourismus an Hochschulen abgeschafft: Von 2025 bis 2026 ging die Anzahl der Studiengänge im Tourismusmanagement von 1040 auf 987 zurück, bei Hotelmanagement um 55 und bei Flugbegleitdiensten um 48. Hinter dieser Entwicklung stecken drei Realitäten:
1. Die Studenten entscheiden selbst: Fast ein Drittel der Studierenden wechselt nach einem Jahr das Fach; weniger als ein Zehntel bleibt fünf Jahre nach dem Abschluss in der Kultur- und Tourismusbranche – schließlich sind die Gehälter niedrig und die Karrierechancen langsam.
2. Die Eltern unterstützen diese Entscheidung nicht: Für sie ist es logisch, dass ein Fachgebiet, das von den Hochschulen als überflüssig angesehen wird, auch für ihre Kinder keine guten Zukunftsperspektiven bietet, und sie streichen solche Fachbereiche bei der Bewerbung einfach aus.
3. Auch die Dozenten sind besorgt: Nach dem Abschluss der letzten Studiengänge könnten sie ihren Beruf wechseln; die gesamte Ausbildungsstruktur – von der Rekrutierung bis zur Beschäftigung – ist instabil.
Das Kernproblem ist: Es gibt kaum einen Unterschied zwischen dem Studium dieser Fachbereiche und dem Nichtstudieren – nach vier Jahren Managementlehre arbeiten die Absolventen im Hotel genauso wie Menschen ohne spezielle Ausbildung (z. B. beim Bettmachen oder an der Rezeption), und ihr Gehalt ist nicht höher. Solche „nutzlosen“ Fachbereiche werden vom Markt automatisch ausgesortiert.
Warum fehlt es in der Branche an Fachkräften, obwohl Absolventen vorhanden sind?
Einerseits werden Fachbereiche abgeschafft, andererseits steigt die Nachfrage: Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Incoming-Touristen um 26,4%; 70 Prozent der Besucher kamen ohne Visum und verursachten Kosten in Höhe von 131,1 Milliarden US-Dollar (ein Anstieg um 40%). Unternehmen beschweren sich jedoch über die mangelnde Qualifikation der Absolventen.
Der Grund dafür ist: Die Anforderungen haben sich geändert – früher fehlten einfache körperliche Arbeitskräfte, heute werden Fachkräfte benötigt, die internationale Gäste betreuen können (z. B. mit Fremdsprachenkenntnissen und Fähigkeiten im Umgang mit internationalen Beschwerden) sowie Managementfachkräfte für die detaillierte Betriebsführung von Reisezielen.
Die bisherige Ausbildungsmethode war fehlerhaft: Inländische Praktika bestanden meist aus einfachen körperlichen Tätigkeiten; die Schulen schickten die Studierenden direkt in Hotels, wo sie Bettmachen und servieren mussten – die Hotels sparten Personal, die Schulen erfüllten ihre Ziele, doch die Studierenden erlernten keine wirklichen Managementfähigkeiten. Im Ausland (z. B. am Hotelmanagementinstitut von Lausanne) werden die Studierenden bereits im dritten Jahr in Führungspositionen eingesetzt und arbeiten an Strategieentwicklungen; im vierten Jahr übernehmen sie strategische Beratungsaufgaben und werden direkt zu Managern.
Das Abschaffen der Fachbereiche bedeutet nicht das Aufgeben des Kultur- und Tourismussektors, sondern den Austausch für „neue Konzepte“
Viele glauben, der Kultur- und Tourismussektor würde von den Hochschulen vernachlässigt. Tatsächlich ist das alte Ausbildungskonzept gescheitert; neue, an die aktuellen Bedürfnisse angepasste Fachrichtungen entstehen:
1. Hochschulen passen ihre Ausbildungsrichtungen an: Bis 2025 werden in Sichuan 80 Prozent der neuen Studiengänge zu Themen wie Künstliche Intelligenz und Niedrigflugwirtschaft gehören; das Bildungsministerium hat den Kultur- und Tourismussektor ebenfalls in die Liste der prioritären Unterstützungsfachbereiche aufgenommen und neue Fachrichtungen wie „Internationales Kreuzfahrtsmanagement“ hinzugefügt.
2. Die Branche entwickelt sich weiter: China wandelt sich von einem Land mit starkem Auslandstourismus zu einem Land mit starkem Incoming-Tourismus; es werden Fachkräfte benötigt, die sowohl die Welt verstehen als auch von der Welt verstanden werden (z. B. für die Verwaltung internationaler Kreuzfahrten, den Hochendienst für Incoming-Gäste oder die Erzählung von Reisegeschichten).
Das Abschaffen bestimmter Fachbereiche bedeutet nicht das Ende des Kultur- und Tourismussektors, sondern die Beseitigung ineffektiver Ausbildungsansätze und die Bereitstellung neuer Lösungen für die Branche.
Welche Chancen verbergen sich hinter der Angst der letzten Studierenden?
Studierende wie Xiao Wang müssen keine Panik haben – sie könnten sogar unerwartete Vorteile haben:
1. Seltenheit macht etwas wertvoll: Mit dem Wegfall dieser Fachbereiche werden weniger Absolventen vorhanden sein, und ihre Diplome werden dadurch wertvoller; Arbeitgeber bevorzugen qualifizierte Kandidaten gegenüber Anfängern.
2. Die Branche benötigt unersetzliche Fähigkeiten: Maschinen übernehmen standardisierte Aufgaben wie die Rezeption oder das Bezahlen, aber Fähigkeiten wie Flexibilität im Umgang mit unerwarteten Situationen oder die Fähigkeit, Besuche angemessen zu gestalten, sind für Menschen und nicht für Maschinen geeignet.
3. Neue Chancen entstehen: Fachrichtungen wie Internationales Kreuzfahrtsmanagement oder Hochendienst für Incoming-Touristen wachsen schnell; mit einer entsprechenden Anpassung der Ausbildung können die Studierenden diese neuen Entwicklungen nutzen.
Fazit: Es ist nicht wichtig, ob der Begriff „Tourismusmanagement“ weiterhin in den Studienplänen steht oder nicht – wichtig ist, dass die Kultur- und Tourismusbranche immer Fachkräfte benötigt, die Gäste erfolgreich durch die Landschaften führen können. Xiao Wang und ihre Kollegen sind nicht dazu bestimmt, mit einem „versunkenen Schiff“ unterzugehen, sondern könnten zu den Ersten sein, die das neue „Schiff“ besteigen und die neuen Möglichkeiten erkennen.