Zusammenfassung der Kerninhalte
Der Vorsitzende der China Securities Regulatory Commission (CSRC), Wu Qing, betonte auf einer Konferenz der Fund Industry Association, dass die Fondsbranche die Vertragspflichten von „Auftragnahme und Vermögensverwaltung im Auftrag anderer“ einhalten muss und die Interessen der Anleger an erste Stelle setzen muss. Derzeit umfasst die Fondsbranche einen Wert von über 85 Billionen Yuan und dient 860 Millionen Menschen; sie befindet sich in der Umstellung von einer Orientierung auf Größe hin zu einer Orientierung auf Renditen. Die Regulierungsbehörden haben eine Reihe von Maßnahmen erlassen (z. B. neue Vorschriften für die Offenlegung von Informationen über private Fonds, Reformen zur Senkung der Gebühren für öffentliche Fonds), um den Schutz der Anleger zu fördern. Private Fonds haben ihre Phase des „wilden Wachstums“ hinter sich gelassen und sind in eine Phase der Standardisierung und Verbesserung eingetreten; die Reformen der öffentlichen Fonds haben einen entscheidenden Punkt erreicht, bei dem es wichtig ist, die erzielten Fortschritte zu festigen. Branchenvertreter fordern, die Renditen und das Erlebnis der Anleger durch den Aufbau von Compliance-Systemen, die Verknüpfung von Bewertungen mit Leistungen sowie die Unterstützung durch Informationsvermittlung zu verbessern.
I. Kombination aus politischen Maßnahmen: Der Schutz der Anleger steht im Mittelpunkt der Regulierung
In den letzten anderthalb Jahren hat die Regulierungsbehörde eine Reihe von strengen Maßnahmen zum Schutz der Anleger in der Fondsbranche erlassen:
- Im Bereich privater Fonds: Die „Vorschriften zur Offenlegung von Informationen über private Fonds“ vom März 2025 fordern eine „durchdringende Regulierung“ (einfach ausgedrückt: Die zugrunde liegenden Vermögenswerte der Fonds sowie die Informationen der Anleger müssen offengelegt werden, um das zuvor von den Institutionen verborgene „Blackbox-Phänomen“ zu beseitigen). Die im Juni vom Staatsrat veröffentlichten „Leitlinien“ gehen noch weiter – illegale oder inaktiv gebliebene private Fonds werden direkt abgeschafft, und die lokalen Regierungen werden gebeten, bei der Risikobewältigung zu helfen.
- Im Bereich öffentlicher Fonds: Die im Jahr 2023 begonnenen Reformen zur Senkung der Gebühren wurden bis 2025 vollständig umgesetzt, wodurch den Anlegern jährlich mehr als 50 Milliarden Yuan an Gebühren eingespart werden. Die im April dieses Jahres überarbeiteten „Leitlinien für die Leistungsbeurteilung“ sind besonders entschlossen: Sie verknüpfen die „Rendite der Anleger“ mit den Bewertungen von Führungskräften und Fondsmanagern und zwingen diese, ihre eigenen Fonds zu kaufen, um eine gemeinsame Richtung für Manager und Anleger zu schaffen.
Diese Maßnahmen sind keine leeren Versprechen – sie binden die Interessen der Anleger direkt an die „Lebenslinie“ der Branche durch konkrete Regeln.
II. Private Fonds: Von „wildem Wachstum“ zur gezielten Entwicklung
Früher war die private Fondsbranche etwas chaotisch: Es gab viele Institutionen (viele davon unprofessionell), es war schwierig, Kapital zu beschaffen (das Geld konzentrierte sich auf wenige führende Unternehmen), und es kam häufig zu Verstößen gegen die Vorschriften (z. B. Verwendung von Mitteln zu anderen Zwecken, irreführende Werbung). Nachdem die Regulierungsbehörden eingegriffen haben, wurden mehr als 20.000 unqualifizierte Institutionen abgeschafft; heute bleiben nur noch hochqualifizierte Manager übrig, die Fonds im Wert von Hunderten von Milliarden Yuan verwalten. Die Branche entwickelt sich nun in Richtung einer höheren Qualität bei gleichzeitig geringerer Anzahl an Instituten.
Wie schlagen Branchenvertreter eine Verbesserung vor?
- Zuerst die Regeln einhalten: Zum Beispiel sagt Tang Yiting von LeRui Asset, dass große Investitionen in Systeme zur Risikobewältigung notwendig sind (die Einbeziehung makroökonomischer Analysen und Kreditrisiken) sowie eine grundlegende Ausbildung der Mitarbeiter, um rote Linien nicht zu überschreiten.
- Danach auf Renditen achten: Man sollte nicht nur nach Größe streben, sondern darauf abzielen, den Anlegern echtes Geld zu verdienen (absoluter Ertrag) und nicht blinden Trends folgen (z. B. wenn andere in AI investieren, sollte man nicht einfach mitmachen – sonst kann es zu Verlusten kommen).
- Langfristige Kapitalanlagen berücksichtigen: Kapitalquellen wie Sozialversicherungen und Rentenfonds benötigen stabile Renditen über einen langen Zeitraum; private Fonds sollten ihre Fachkenntnisse nutzen, um Produkte mit geringer Volatilität zu entwickeln, um den Menschen dabei zu helfen, ihr Rentengeld sicher und effektiv zu verwalten.
III. Öffentliche Fonds: Die Reform ist in einer entscheidenden Phase – weiterhin Anstrengungen erforderlich
Die Reformen der öffentlichen Fonds haben bereits Erfolge gezeigt (z. B. Senkung der Gebühren, Verknüpfung von Bewertungen mit Leistungen). Doch Wu Qing betont, dass wir uns jetzt in einer entscheidenden Phase befinden und nicht nachlassen dürfen. Branchenvertreter schlagen folgende Richtlinien vor:
- Die Bewertung sollte auf den Erträgen der Anleger ausgerichtet sein: Jing Lei von Harvest Fund empfiehlt, gegenzyklische Strategien zu verfolgen (z. B. in Zeiten eines Markteinbruchs investieren und nicht nur bei steigenden Kursen kaufen bzw. verkaufen) sowie Produkte mit variablen Gebühren einzuführen (die Managementgebühren hängen von den Erträgen ab; Verluste werden gemeinsam getragen).
- Produkte sollten den Bedürfnissen der Anleger genau entsprechen: Xingzheng Global Fund schlägt beispielsweise Produkte mit einem Mix aus Aktienrenditen und geringer Volatilität vor, die unterschiedlichen Risikopräferenzen der Anleger gerecht werden (konservative Anleger kaufen stabile Produkte, aggressive Anleger investieren in Aktienfonds).
- Die Forschungs- und Analysekapazitäten müssen gestärkt werden: Wu Qing betont besonders die Stärke von Aktieninvestitionen bei öffentlichen Fonds; es ist wichtig, die Forschungskapazitäten zu verbessern, um langfristige Renditen für die Anleger zu erzielen – nicht auf Glück zu setzen, sondern auf professionelle Kompetenz.
IV. Informationsvermittlung und Unterstützung: Von „Aufklärung“ zur „begleitenden Betreuung“, um den Anlegern wirklich Geld zu verdienen
Viele Anleger verlieren Geld bei Fondsinvestitionen, weil sie die Produkte falsch nutzen (z. B. sie kaufen zu hoch, verkaufen zu früh oder können nicht richtig handeln). Branchenvertreter sagen, dass die Informationsvermittlung nicht nur auf „langfristige Investitionen“ abzielen sollte, sondern eine „begleitende Dienstleistung“ sein muss:
- Vom „einstigen Ansatz für alle“ zu einem individuellen Ansatz: Zhuang Yuanfang von Xingzheng Global Fund schlägt vor, AI und Big Data zu nutzen, um den verschiedenen Anlegern passende Inhalte anzubieten (z. B. Anfänger lernen, wie sie Fonds auswählen, erfahrene Anleger lernen, wie sie ihre Portfolios anpassen), und in entscheidenden Momenten (z. B. bei starken Markteinbrüchen) aktive Unterstützung zu bieten.
- Entwicklung von Fondsberatern: Professionelle Personen sollen den Anlegern dabei helfen, ihr Geld zu verwalten; die Einkommen der Berater sollten mit den langfristigen Erträgen der Anleger verbunden werden (nur wenn die Anleger Gewinne erzielen, verdienen auch die Berater). Dadurch kann man die Anleger dazu bringen, ihre Investitionen länger zu halten und unrationelle Handlungen zu vermeiden.
Kurz gesagt: Es geht darum, von „dem Erklären, was zu tun ist“, zu einer „begleitenden Unterstützung“ überzugehen, um den Anlegern tatsächlich Geld zu verdienen.
Fazit
Die Kernlogik der Fondsbranche ist klar: Von einer Orientierung auf Größe hin zu einer Orientierung auf Renditen. Die Regulierungsbehörden zwingen die Branche, sich an die Regeln zu halten; die Institutionen verbessern ihre Leistungen durch Compliance und Professionalität; die Informationsvermittlung verbessert das Erlebnis der Anleger – alles mit dem Ziel, den 860 Millionen Anlegern zu ermöglichen, ihr Geld vertrauensvoll in Fonds zu investieren und wirklich von den Vorteilen des Kapitalmarktes zu profitieren. Für normale Anleger sind die Compliance-Bestände der Institutionen, die Bewertungssysteme sowie die angebotenen Informationsdienste wichtige Indikatoren dafür, ob ein Fonds zuverlässig ist.