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Exklusives Interview mit Su Bowen von Nomura: China’s Assets zeigen ihre Vorteile bei der Risikovermeidung – während die Prognosemöglichkeiten der Fed zunehmen.

原文:独家专访野村苏博文:拥抱更难预测的美联储,中国资产凸显避险优势

Zusammenfassung der Kerninhalte

Subowen, Leiter für globale Makroökonomie bei Nomura, ist der Ansicht, dass der erste Auftritt des neuen Fed-Vorsitzenden Powell die Prognoseorientierung der Fed anpassen wird (von einer Neigung zu Zinssenkungen hin zu einer neutralen Haltung). Die Fed-Politik wird sich von „zwei Zinssenkungen in diesem Jahr“ auf eine „unbegrenzte Untätigkeit“ ändern. Die Welt steht vor einem seltenen „dreifachen Preisschock“ (Energie, Chips, potenzielle Lebensmittel), der die Kluft zwischen Ländern und innerhalb der Länder verstärkt. In Zukunft wird es eine leichte Entdollarisierung geben (neue Investitionen werden auf nicht-amerikanische Vermögenswerte verteilt). China gilt aufgrund seiner Energiestrategie, des Potenzials für die Anwendung von KI und seines niedrigen Bewertungsniveaus als attraktive Wahl für die globale Vermögensallokation.

Warum ändert die Fed plötzlich ihre Politik?

Zuvor prognostizierte Nomura, dass die Fed in diesem Jahr zweimal Zinssenkungen durchführen würde, aber nun wurde diese Prognose auf „unbegrenzte Untätigkeit“ korrigiert. Es gibt drei Hauptgründe dafür:

1. Die Inflation steigt wieder an: Die Situation im Nahen Osten führt zu Spannungen in der Ölversorgungskette (steigende Ölpreise), und der AI-Boom sorgt für eine unzureichende Chipproduktion weltweit (steigende Chippreise), was die Preise für Konsumgüter erhöht. Nomura erwartet, dass die Kerninflationsrate (PCE) in den USA bis Ende des Jahres bei 3,2 % liegen wird – weit über dem Ziel der Fed von 2 %.

2. Die Beschäftigungszahlen sind zu gut: Im Mai wurden in den USA 172.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, mehr als doppelt so viele wie erwartet; die Arbeitslosenrate bleibt bei 4,3 % – dies zeigt die Stärke der Wirtschaft und macht eine Zinssenkung überflüssig.

3. Der politische Druck hat nachgelassen: Trumps jüngste Äußerungen haben die Fed zu mehr Unabhängigkeit ermutigt; sie wird nicht mehr unter Druck gesetzt, kurzfristig Zinssenkungen durchzuführen.

Daher kann Powell auch die anderen Fed-Mitglieder nicht davon überzeugen, Zinssenkungen vorzunehmen, und es bleibt vorerst bei keiner Veränderung der Politik.

Warum ist die Fed nun schwerer vorhersehbar?

Nach seinem Amtsantritt wird Powell zwei wichtige Regeln ändern:

1. Die Prognoseorientierung wird neutral: Früher deutete die Fed an, dass möglicherweise Zinssenkungen folgen würden; jetzt wird es jedoch gesagt, dass sowohl Zinserhöhungen als auch -senkungen möglich sind – abhängig von der Inflation und dem Wachstum.

2. Minderer Rückgriff auf aktuelle Daten, mehr Fokus auf zukünftige Prognosen: Powell möchte, dass die Fed weniger auf aktuelle Beschäftigungszahlen und Preise achtet und eher auf Entwicklungen in 6–12 Monaten schaut (z. B., ob KI die Produktivität steigern wird oder Inflation verringern kann). Es könnte auch sein, dass die „Dot-Matrix“ (die Prognosen der Fed-Beamten zu zukünftigen Zinssätzen) abgeschafft wird.

Dadurch können die Märkte nicht mehr vorhersehen, was die Fed tun wird, und die Schwankungen der Zinsen werden größer sein. Früher wusste man, dass die Fed Zinssenkungen durchführen würde; jetzt muss man nur auf zukünftige Entwicklungen wetten – was zu Fehlern führen kann.

Welche Länder sind am stärksten von den „drei Preisschocks“ betroffen?

Subowen warnt, dass die Welt mit drei verschiedenen Preissteigerungen konfrontiert sein könnte:

1. Energiepreisschock: Konflikte im Nahen Osten erhöhen die Ölpreise und beeinträchtigen alle ölabhängigen Branchen (z. B. Transport, Chemie).

2. Chipschock: Der AI-Boom führt zu einem starken Anstieg der Chipnachfrage; die Produktion kann nicht mithalten, was zu Preiserhöhungen bei Elektronikgeräten und Autos führt.

3. Potenzieller Lebensmittelschock: Ein starker El Niño-Effekt könnte die Getreideernte beeinträchtigen und die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben.

Diese drei Schocks werden die wirtschaftliche Differenzierung verstärken:

  • Vorteile für bestimmte Länder: Die USA (Kerngebiet der KI), China (Anwendung von KI + Energievorräte) und Südkorea (Chipproduktion) – diese Länder haben eine starke Wirtschaft und werden nicht von Stagnation betroffen sein.
  • Betroffene Länder: Europa, Kanada und einige südostasiatische Länder (die keinen Vorteil aus der KI ziehen und von Energie-/Lebensmittelpreiserhöhungen betroffen sind) – diese Länder könnten von Stagnation geplagt werden (kein Wirtschaftswachstum, aber steigende Preise).

Auch innerhalb der Länder gibt es Unterschiede: Arme Menschen müssen mehr Geld für Lebensmittel und Benzin ausgeben, während Reiche durch Wertsteigerungen ihrer Vermögenswerte unbeeinträchtigt bleiben; die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer.

Was bedeutet „leichte Entdollarisierung“?

Es bedeutet nicht, dass alle Amerikanische-Dollar-Vermögenswerte verkauft werden, sondern dass neue Investitionen sich stärker auf andere Regionen verteilen:

  • Die USA bleiben das Zentrum der AI-Revolution und werden weiterhin ausländisches Kapital anziehen – daher wird der Dollar nicht stark fallen.
  • Investoren werden ihr neu verdientes Geld jedoch eher in Märkte wie Australien oder Europa investieren, anstatt ausschließlich in amerikanische Vermögenswerte.

Wenn Sie früher Ihr Geld in US-Aktien investiert haben, könnten Sie nun einen Teil davon in europäische Aktien oder australische Währungen stecken – das ist eine Form der leichten Entdollarisierung. Die Dominanz des Dollars wird nicht angeschlagen, aber sein Anteil nimmt allmählich ab.

Warum sind chinesische Vermögenswerte so attraktiv?

Subowen ist sehr optimistisch hinsichtlich der chinesischen Investitionsperspektiven – aus drei Gründen:

1. Starke Widerstandsfähigkeit gegenüber Schocks: China hat bereits Energiereserven angelegt und wandelt sich zur Nutzung erneuerbarer Energien um (z. B. Elektroautos); es ist nicht von steigenden Ölpreisen betroffen. Die Industriekette wird schnell modernisiert (Elektroautos, Roboter), und die Exporte sind stabil.

2. Großes Potenzial für die Anwendung von KI: Chinas Fertigungsbasis ist gut (z. B. viele Roboter), was es ermöglicht, KI-Technologien schnell in Fabriken einzusetzen und die Produktivität zu steigern (z. B. Nutzung von KI zur Steuerung der Produktionslinien) sowie dem Problem der alternden Bevölkerung beizukommen.

3 Niedrige Bewertungen: Chinesische Vermögenswerte (z. B. Aktien) sind deutlich günstiger als amerikanische; sie bieten einen guten Wert für eine globale Diversifizierung der Investitionen.

Kurz gesagt: China kann sowohl externe Schocks überstehen als auch die Chancen der KI nutzen – und seine Vermögenswerte sind zudem günstig – daher ist es eine attraktive Wahl für globale Investoren.

Fazit

Die Fed-Politik wird schwieriger vorhersehbar, die Welt steht vor drei Preisschocks, aber China hat aufgrund seiner eigenen Vorteile zu einem „Schutzort“ für die Vermögensallokation in einer sich differenzierenden Welt geworden. Wenn normale Menschen diese Trends verstehen, können sie die globale Wirtschaftslage besser einschätzen.