虎嗅

**Die Behörde für Marktzustellung führt Gespräche mit dem Hauptsitz von Meiyijia wegen häufiger Vorfälle mit abgelaufenem Essen – Es ist sinnlos, die Franchise-Nehmer dafür verantwortlich zu machen.** *(The Market Supervision Administration holds talks with Meiyijia’s headquarters due to frequent incidents involving expired food; it’s pointless to blame the franchisees for these issues.)*

原文:市场监管总局约谈美宜佳总部,过期食品事件频发,拿加盟商背锅是没用的

Zusammenfassung der Kerninhalte

Aufgrund von Problemen wie dem Verkauf abgelaufenen Lebensmittels und gefälschter Zigaretten in mehreren Filialen wurde die Leitung von Meiyijia direkt vom Staatsbüro für Marktüberwachung zu einem Gespräch eingeladen. Dieses Mal macht die Regulierungsbehörde die Franchise-Nehmer nicht mehr für die Probleme verantwortlich und weist deutlich darauf hin, dass die Zentrale die Hauptverantwortung für die Lebensmittelsicherheit trägt. Sie fordert Meiyijia auf, ein Risikomanagement-System von der Zentrale bis in die Filialen einzurichten. Hinter dieser Maßnahme steckt das Problem des Geschäftsmodells von Meiyijias rasantem Wachstum (40.000 Filialen), bei dem das Management nicht mithalten kann: Die niedrigen Zugangshürden für Franchise-Nehmer sowie die fehlende Gewinnbeteiligung der Zentrale führen dazu, dass diese sich nur auf das Eröffnen neuer Filialen konzentriert, aber weder den Drang noch die Mittel hat, diese gut zu verwalten. Die bisherige Taktik, die Schuld auf die Franchise-Nehmer zu schieben, ist völlig gescheitert.

Erstes: Dieses Gespräch ist außergewöhnlich – die Kritik richtet sich direkt an die Zentrale

In der Vergangenheit hat Meiyijia bei Problemen die Verantwortung auf die Franchise-Nehmer abgewälzt und behauptet, es handle sich um individuelle Handlungen der Ladeninhaber. Dieses Mal wurde jedoch der Leiter von Meiyijia Holdings Limited angesprochen, nicht eine einzelne Filiale oder regionale Niederlassung. Das Gespräch dient als Warnung und gleichzeitig als Strafe; die Botschaft ist klar: Die Zentrale kann sich nicht länger hinter den Franchise-Nehmern verstecken – die Hauptverantwortung für die Lebensmittelsicherheit liegt bei ihr.

Warum zielt die Regulierung auf die Zentrale ab? Weil die Probleme keine einzelnen, zufälligen Fehler der Filialen sind: Bei den gefälschten Zigaretten wurden in zehn Filialen gleichzeitig gefälschte Produkte verkauft, und bei den abgelaufenen Lebensmitteln traten ähnliche Fälle in mehreren Städten auf. Dies zeigt, dass das Managementsystem der Zentrale Lücken aufweist – es ist nicht allein die Schuld der Ladeninhaber.

Zweitens: Die Probleme haben sich bereits seit längerem angehäuft

Die negativen Nachrichten über Meiyijia sind kein plötzliches Phänomen:

  • März-Ereignis mit gefälschten Zigaretten: Bei der „315“-Aktion in Guangdong wurden in zehn Meiyijia-Filialen in Guangzhou, Foshan und Dongguan gefälschte Zigaretten gefunden, deren Verkauf ein höheres Krebsrisiko darstellt.
  • April-Ereignis mit abgelaufenen Lebensmitteln: Ein Konsument in Hefei kaufte abgelaufene Snacks; nach der Reklamation wurde er vom Filialleiter beschimpft und erhielt nur eine Entschädigung von 50 Yuan.

Diese Vorfälle sind nicht isoliert, sondern wiederholt in vielen Filialen aufgetreten – das zeigt, dass die Marke ihre Grenzen bei der Lebensmittelsicherheit erreicht hat.

Drittes: Der Preis für das rasante Wachstum: Niedrige Zugangshürden für Franchise-Nehmer verursachen große Risiken

Meiyijia konnte 40.000 Filialen eröffnen, weil es ein Franchisesystem mit niedrigen Zugangshürden anbietet: Eine Anfangsinvestition von 300.000–350.000 Yuan, eine Franchisegebühr von nur 25.000 Yuan sowie monatliche Verwaltungsgebühren von 1.000 Yuan – dazu kommt fast keine Gewinnbeteiligung (im Gegensatz zu japanischen Convenience-Stores, die 20–30 % der Gewinne einbeziehen). Dieses Modell ermöglichte es Meiyijia, schnell in Stadt- und Landgebiete sowie Industriegebiete vorzudringen, hat aber auch erhebliche Nachteile:

Die Zentrale erhält keine Gewinnanteile, verdient nur durch Verwaltungsgebühren und Größenzuwachs. Daher liegt ihr Hauptinteresse darin, möglichst viele Filialen zu eröffnen – nicht darin, diese gut zu verwalten. Die 40.000 Filialen sind in mehreren Provinzen verteilt; das Inspektions- und Nachverfolgungssystem der Zentrale kann mit dem Wachstum nicht Schritt halten. Die Franchise-Nehmer fehlen oft die Managementfähigkeiten, und die Zentrale hat kein Interesse daran, abgelaufene Lebensmittel auf den Regalen zu kontrollieren – schließlich verdient sie dadurch keinen Gewinn.

Viertens: Die Taktik, die Schuld auf Franchise-Nehmer zu schieben, ist gescheitert

Bei Problemen hat Meiyijia üblicherweise „Entschuldigungen, Untersuchungen und Kündigungen der betroffenen Filialen“ als Reaktion eingeleitet. Beim Beispiel mit den gefälschten Zigaretten wurden auf einmal 606 Franchise-Nehmer gekündigt – was entschlossen wirkt, löst aber das Problem nicht:

Wenn nur ein oder zwei Filialen Probleme haben, liegt es an den Ladeninhabern; wenn jedoch Hunderte von Filialen gefälschte Produkte oder abgelaufene Lebensmittel verkaufen, kann das kaum auf „absichtliches Fehlverhalten“ der Inhaber zurückzuführen sein. Tatsächlich liegt das Problem im Franchisesystem der Zentrale: Mit extrem niedrigen Zugangshürden wurden viele Menschen ohne ausreichende Schulung und Überwachung in das Unternehmen eingelassen; bei Problemen werden die Franchise-Nehmer als Sündenböcke dargestellt. Das Gespräch mit der Regulierungsbehörde zeigt, dass diese Taktik nicht mehr funktioniert.

Fünftes: Was kommt jetzt? Die Zentrale muss die Verantwortung für die gesamte Kette übernehmen

Die Regulierungsbehörde fordert Meiyijia auf, ein Risikomanagement- und Nachverfolgungssystem zu etablieren, das die Zentrale, die Niederlassungen und alle Filialen umfasst. Das bedeutet konkret:

  • Jeder Schritt – von der Lieferung bis zum Verkauf in den Filialen – muss kontrolliert werden;
  • Abgelaufene Lebensmittel müssen zurückverfolgt werden, damit sie nicht auf die Regale gelangen;
  • Die Zentrale muss für die Lebensmittelsicherheit aller Filialen verantwortlich sein und darf sich nicht länger aus der Verantwortung stehlen.

Für Meiyijia bedeutet dies, das Geschäftsmodell zu ändern: Entweder wird das Tempo des Filialeröffnens verlangsamt und ein effektives Management-System eingeführt – oder mehr Ressourcen werden in die Überwachung investiert, um sicherzustellen, dass jede Filiale den Vorgaben entspricht. Andernfalls könnte es nicht nur zu Gesprächen kommen, sondern auch zu direkten Strafen.

Dieses Gespräch dient allen Chain-Brands als Warnung: Je größer eine Marke ist, desto größer ist die Verantwortung – die Zentrale darf sich nicht länger mit der Ausrede „Die Franchise-Nehmer tragen die Schuld“ vor der Verantwortung drücken. Lebensmittelsicherheit ist eine rote Linie, vor der niemand verschont bleibt.