Zusammenfassung der Kerninhalte
Tim Cook nahm zum letzten Mal als CEO von Apple an der WWDC-Präsentation teil und stellte Siri AI vor, das zwei Jahre nach seiner Ankündigung endlich veröffentlicht wurde. Die zugrundeliegende Technologie stammt jedoch von Googles Gemini-Modell. Die Systemaktualisierung zielt darauf ab, die Leistung zu verbessern und die Stabilität zu erhöhen, sodass auch ältere Geräte reibungslos funktionieren. AI ist in häufig genutzte Apps wie Safari und Mail integriert. Chinesische Nutzer können Siri AI jedoch vorerst nicht nutzen, da es regulatorliche Einschränkungen sowie technische Hindernisse aufgrund von Googles Technologie gibt. Apple hat keinen lokalen Partner in China benannt, wodurch die AI-Erfahrung der chinesischen Nutzer hochpreisiger iPhones hinter der von inländischen Geräten zurückbleibt.
1. Das verspätete Siri AI: Apple „borgt sich das Gehirn“ von Google
Vor zwei Jahren versprach Apple, dass Siri intelligenter werden würde, doch dies blieb bislang unerfüllt. Mit der Veröffentlichung von Siri AI kann es nun Kontexte verstehen, Aufgaben zwischen verschiedenen Apps erledigen und mehrere Gespräche führen. Die Kerntechnologie basiert jedoch auf Googles Gemini-Modell – Apple zahlt Google jährlich 1 Milliarde US-Dollar an Lizenzgebühren (im Vergleich zu Googles Zahlung von 20 Milliarden US-Dollar für die Standard-Suchfunktion in Safari, was wie ein Bruchteil erscheint).
Warum musste Cook nachgeben? Weil Siri früher verspätet veröffentlicht wurde und Apple von Nutzern verklagt wurde; dadurch entstand eine finanzielle Verpflichtung in Höhe von 250 Millionen US-Dollar, die vor seinem Abschied beglichen werden musste. Apple betonte dabei, dass andere Unternehmen bei der Entwicklung von AI nur auf die Technologie achten und nicht auf die Bedürfnisse der Nutzer; seine eigenen AI-Daten würden ausschließlich für aktuelle Anfragen verwendet (auf dem Gerät sowie in einem privaten Cloud-System), was die Privatsphäre schütze. Damit versuchte Apple, Googles Technologie mit seinem eigenen Datenschutzkonzept zu kombinieren – typisch für Apple.
2. Systemaktualisierung: Einfach und effektiv
Der Schwerpunkt der Systemaktualisierung liegt auf einer Steigerung der Geschwindigkeit und Stabilität: Die Ladezeiten von Apps auf iPhone/iPad wurden um 30 % verkürzt, die Speicherung von Fotos um 70 % beschleunigt und die Übertragung von Dateien über AirDrop um 80 %. Selbst das ältere iPhone 11 wurde nicht aus dem Update ausgeklammert. Zudem wurden lang erwartete Funktionen hinzugefügt: Das iCloud-Album kann nun auch von Android- und Windows-Nutzern genutzt werden, und die Klangeinstellungen der AirPods können individuell angepasst werden – all das sind Vorteile, die alle Nutzer direkt spüren können.
3. AI in den Details: Häufig genutzte Apps werden „persönlicher“
Neben Siri ist AI auch in vielen anderen täglichen Apps integriert:
- Safari sortiert automatisch offene Tabellen nach Themen und weist auf wichtige Informationen hin (z. B. Camping-Anmeldungen).
- Das Kalenderfunktion erstellt Termine mit nur einem Satz (z. B. „Morgen um 15 Uhr Meeting mit Herrn Li“) und erkennt Zeitpunkt und Kontaktdaten automatisch.
- Beim Telefonieren mit Fluggesellschaften wird der Buchungscode aus E-Mails automatisch abgerufen.
- Bei Fotos kann man nach dem Aufnehmen die Komposition anpassen und überflüssige Objekte entfernen.
- Schnellzugriffsfunktionen generieren automatische Abläufe, basierend auf Benutzeraufträgen (z. B. „Sende meiner Partnerin die Ankunftszeit nach der Arbeit“).
Allerdings sind diese Funktionen derzeit nur in Apple eigenen Apps verfügbar; eine Integration mit Drittanbietern steht noch aus.
4. Chinesische Nutzer: Wieder warten? Die AI-Erfahrung bleibt zurück
Am Ende der Präsentation wurde bekannt gegeben, dass chinesische Nutzer Siri AI vorerst nicht nutzen können, da Googles Gemini-Technologie aufgrund regulatorischer Vorgaben nicht in China eingesetzt werden darf. Inländische AI-Dienste müssen mit lokalen Unternehmen (z. B. Alibaba, Baidu) zusammenarbeiten und die Genehmigung der Cyberspace Administration of China erhalten. Obwohl Apple zuvor Kooperationen mit diesen Unternehmen angedeutet hatte, wurde dies bei dieser Präsentation nicht weiter erörtert. Während Hersteller wie Huawei, Xiaomi und OPPO bereits umfassende AI-Funktionen anbieten (z. B. Bildbearbeitung, Sprachassistenten), können chinesische Nutzer hochpreisiger iPhones die neuesten AI-Technologien nicht nutzen – das ist etwas peinlich.
5. Cocks Abschied: Pragmatische Kompromisse statt „genialer“ Innovation
Cooks Abschied war keine Demonstration eigener bahnbrechender Innovationen, sondern eine pragmatische Lösung, um die Lücken durch Googles Technologie zu schließen. Es handelt sich dabei um eine Entscheidung, die auf der Effizienz der Lieferkette basiert – effektiv, aber weniger „cool“ als frühere Apple-Präsentationen. Leider müssen chinesische Nutzer weiter warten, bis sie endlich die Vorteile von Siri AI nutzen können – und es bleibt unklar, welche Technologie letztendlich eingesetzt wird.
Insgesamt war diese Präsentation eher ein Versuch von Apple, bestehende Probleme zu beheben und alte Nutzer zufrieden zu stellen. Die AI-Erfahrung für chinesische Nutzer wird jedoch weiterhin verzögert – was wohl der größte Bedauernswerteste Aspekt von Cocks Abschied ist.