Zusammenfassung der Kerninhalte
Der Aktionärsmarkt in China zeigte im Mai eine extreme Divergenz: Einerseits erreichten führende Unternehmen aus dem Bereich KI und andere Technologieunternehmen Rekordhöhen, wobei die Aktienkurse von 584 Unternehmen neue Bestmarken setzten; andererseits fielen fast 4000 Aktien (70 Prozent des gesamten Marktes), und mehr als 2000 Aktien notierten sogar unter dem Niveau vom März 2023, als der Shanghai Composite Index bei 3000 Punkten lag. Diese Divergenz resultiert daraus, dass Kapital in einer unsicheren Umgebung die „Sicherheit“ des KI-Sektors sucht und somit ein Muster entsteht, bei dem die Starken noch stärker werden und die Schwachen noch schwächer. Für Juni wird erwartet, dass der Markt vorwiegend volatil bleibt und sich die Divergenz kaum umkehren wird. Innerhalb des KI-Sektors könnte jedoch eine Neuausrichtung stattfinden (führende Unternehmen mit guten Geschäftsergebnissen werden weiter steigen, während rein konzeptionelle Aktien fallen könnten). Traditionelle Sektoren müssen auf grundlegende wirtschaftliche Veränderungen oder politische Signale warten, um sich zu erholen.
I. Wie extrem war die Divergenz im Mai? 70 Prozent der Aktien fielen, fast 40 Prozent verloren gegenüber dem Niveau von März 2023
Die Daten sprechen für sich:
- Hoher Anteil fallender Aktien: Von den mehr als 5500 Aktien am Markt fielen im Mai 3987 (72%), wobei der Median des Kursverfalls bei -7,21% lag – das bedeutet, dass die Hälfte der Aktien um mehr als 7% fiel.
- Viele Aktien unter dem Niveau von März: 2132 Aktien notierten sogar unter dem Niveau vom April 2023, als der Shanghai Composite Index bei 3000 Punkten lag; fast 40 Prozent der Aktien verloren an Wert.
- Starke Konzentration des Kapitals: Am 29. Mai wurden insgesamt 3,34 Billionen Yuan gehandelt, wobei die Top-5%-Aktien (276 Stück) fast die Hälfte des Gesamthandelsvolumens ausmachten (48,5%). Führende KI-Unternehmen wie Zhongji Xuchuang und Tianfu Communication erzielten täglich Handelsvolumina von über 28 Milliarden Yuan, während viele traditionelle Aktien kaum Interesse fanden; sogar 123 Aktien erreichten neue Tiefststände.
- Auch „starke“ Unternehmen litten: Große Konzerne wie China National Offshore Oil, Wuliangye und Sany Heavy Industry verloren im Mai mehr als 10%.
II. Warum ist die Divergenz so stark? Das Kapital konzentriert sich auf den KI-Sektor
Die Ursache für diese Divergenz liegt in der extremen Suche nach Sicherheit durch das Kapital:
- KI als einziger „sicherer Hafen“: Angesichts einer unsicheren makroökonomischen Lage (langsame Wirtschaftserholung, mögliche Zinserhöhungen durch die Federal Reserve, hohe Ölpreise) ist der KI-Sektor eine der wenigen Branchen mit klaren Wachstumsaussichten – weltweites Nachfragewachstum in KI führt zu steigenden Geschäftsergebnissen in Bereichen wie optischen Modulen und Chips.
- Ein sich selbst verstärkender Kreislauf: Steigerungen der KI-Führenden ziehen weitere Investoren an, was zu weiteren Kurssteigerungen führt; Nicht-KI-Aktien werden kaum gekauft, Investoren ziehen ihre Fonds zurück, Fondsmanager müssen Aktien verkaufen – dadurch fallen die Kurse weiter.
- Dominanz institutioneller Kapitalgeber: Private Fondsmanager betonen, dass diese Divergenz auf der Suche nach Sicherheit in einer unsicheren Umgebung beruht; KI gilt als eine der wenigen zuverlässigen Investitionsmöglichkeiten am Markt.
III. Welche Sektoren steigen und welche fallen? Der KI-Sektor boomt, traditionelle Sektoren leiden
Steigende Sektoren: Fast ausschließlich Aktien aus der KI-Industriekette –
- Von den 584 stark steigenden Aktien stammen 70% aus Bereichen wie Elektronik (195), Maschinenbau (97) und Kommunikationstechnologie (35), insbesondere Unternehmen, die in optischen Modulen, Chips oder fortschrittlicher Verpackung tätig sind. Beispiele: Shengyi Technology stieg im Mai um 83%, Zhaoyi Innovation und Huahong um mehr als 50%.
Fallende Sektoren: Traditionelle Branchen litten massiv –
- Die meisten fallenden Aktien kamen aus den Bereichen Medizin und Biotechnologie (369), Maschinenbau (362), Computer (nicht-kreative Teile, 261) sowie Grundstoffchemie und Automobilindustrie. Der Öl- und Petrochemikalsektor verlor im Mai 15% und war der schlechteste Sektor; die Divergenz zu den steigenden Kommunikationsunternehmen betrug erstaunliche 35%.
IV. Wird sich die Situation im Juni ändern? Volatilität vorherrschen, Divergenz bleibt bestehen – aber innerhalb des KI-Sektors könnte es zu einer Neuausrichtung kommen
Die Einschätzungen der Institutionen für Juni sind weitgehend einig:
- Kurzfristige Volatilität, schwierige Umkehr der Divergenz: Das Kapital hat sich so stark auf den KI-Sektor konzentriert, dass eine Anpassung der Investitionen Jahre dauern könnte (ähnlich wie bei den Bündelungen im Konsum- oder Energiesektor). Juni ist ein „Leerlauf“ in Bezug auf Geschäftsergebnisse; da das Wachstum des KI-Sektors anhält, wird sich die Divergenz vorerst nicht ändern.
- Innenhalb des KI-Sektors wird es zu weiteren Unterschieden kommen: Laut Galaxy Securities ist der Handel im KI-Bereich zu überfüllt; führende Unternehmen mit soliden Geschäftsergebnissen werden weiter steigen, während rein konzeptionelle Aktien an Wert verlieren könnten.
- Traditionelle Sektoren warten auf Signale: Sektoren wie Konsum und Zyklen müssen auf grundlegende Verbesserungen (z. B. bessere Konsumdaten) oder politische Anreize warten, um sich zu erholen – das ist derzeit noch nicht der Fall.
- Defensivinvestitionen sind sinnvoll: Sektoren wie Kohle, Bankwesen und öffentliche Dienstleistungen können als Risikodiversifizierung dienen.
Fazit
Die extreme Divergenz im Mai ist das Ergebnis der Entscheidungen der Investoren, die sich auf den KI-Sektor konzentriert haben. Diese Entwicklung wird auch im Juni anhalten, wobei innerhalb des KI-Sektors eine Selektion nach guten Geschäftsergebnissen stattfinden wird. Für normale Anleger ist es ratsam, sich auf führende KI-Unternehmen mit tatsächlichen Ergebnissen zu konzentrieren oder defensivere Investitionen zu tätigen, um rein konzeptionelle Aktien zu vermeiden. Traditionelle Sektoren sollten vorerst auf bessere wirtschaftliche Bedingungen warten, bevor sie wieder gekauft werden sollen.